Harmlos und weiß wie Schnee oder …?

Es ist 20:04 Uhr – Sonntag Abend. Wir, liegen auf dem Sofa, die Füße lang von uns gestreckt und ich überlege, soll ich oder soll ich nicht. Mit wir, meine ich meinen Mann und mich. Ganz ehrlich. Ich bin müde. Mein Kopf hämmert und ich würde jetzt eine Milliarden ausreden finden diesen Beitrag nicht zu tippen. Aber schon seit Tagen mache ich mir Gedanken darüber. Schmiede Worte in meinem Kopf und ärgere mich anschließend darüber, sie nicht notiert zu haben. Memo an mich selbst. Du solltest dir diese gelben Klebezettel kaufen und das ganze Haus damit auslegen. Quasi ein sichtbares Hirn – oder so.

Vergangene Woche war auf Instagram das Thema ZUCKERFREI laut geworden. Ich hatte euch ein wenig meine Meinung mitgeteilt und es kamen einige Fragen auf. Dazu schulde ich euch diesen Beitrag.

Wie immer, ist es so, es gibt zu jeder Meinung eine Gegenmeinung und zu jeder Studie eine Gegenstudie. Das ist wohl immer so und wird sicher weiterhin so bleiben. Also bitte beachtet, dass es sich hier um meine ganz persönliche Meinung handelt und ich Dinge teile, die ich gelesen habe.

Nichts wird so breit und lang diskutiert wie das Thema ZUCKER. Seit Jahren ist es immer wieder in den Medien. Ein auf und ab. Es gibt viele Filme, etliche Bücher und ganz viele Menschen in den Social Medien die darüber berichten. Das hier ist mein Bericht.

Ein Leben ohne Zucker? Warum? Eine Ideologie? Ein Wahn? Eine Überzeugung?

Um all das zu beantworten sollte man in erster Linie grundlegend anfangen. Zucker. Was steckt hinter diesem weißen unschuldigen Pulver. Glitzernd wie Schnee scheint es völlig harmlos ums Eck zu kommen … aber!

Zucker ist nüchtern betrachtet zunächst einfach ein Kohlenhydrat und damit ein wichtiger Energieträger. Chemisch gesehen handelt es sich bei Haushaltszucker um ein Disaccharid (Zweifachzucker), das aus den Monosacchariden (Einfachzuckern) Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) besteht. 

Und warum denn dann ein aber? Was macht denn der Zucker in unserem Körper, was so schlecht sein soll? Zucker liefert doch Energie – Energie brauchen wir. Also ist es doch etwas Gutes?!

Genau das eben nicht. Es gilt klar zu unterscheiden wovon wir sprechen. Süß ist nicht gleich süß und Zucker eben auch nicht gleich Zucker. Ganz so einfach ist es doch nicht…

Um die Auswirkungen von Zucker auf den Körper ausfindig machen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass es verschiedene Arten von Zucker gibt. Jeder dieser Arten verhält sich unterschiedlich …

Wir kennen wohl alle den üblichen weißen, wie feiner Schnee oder Sand aussehender Kristallzucker. Dieser besteht aus Fruktose und Glukose. Wichtig ist jedoch auch zu wissen, dass jede Art von Kohlenhydraten Stärke beinhaltet, die ebenfalls eine Form von Zucker ist. Werden Lebensmittel in unserem Körper verdaut wird Stärke zu Glukose entschlüsselt – dieser dient unserem Körper als Antrieb oder sagen wir, Brennstoff. Ballaststoffe, die komplexen Kohlenhydrate, wie zum Beispiel Vollkornprodukte oder Gemüse, unserem Körper lange Energie liefern können und uns somit lange satt machen, bewirken einfache Kohlenhydrate aus stark verarbeiteten Lebensmitteln, wie zum Beispiel Weißmehl, also Weißbrot, Schokolade, tja einfach alle Arten von raffinierten Zuckermitteln, dass der Blutzuckerspiegel extrem schnell nach oben schießt und unseren Körper aus dem Gleichgewicht bringt.

Das alleine klingt gar nicht so schlimm. Fakt ist aber, die Welt ist abhängig. Abhängig vom zart glitzernderen weißen Pulver. Studien können ganz klar aufzeigen, dass der Konsum von Zucker ähnliche Auswirkungen auf das Gehirn hat wie der Konsum von Kokain. Zucker hinterlässt hartnäckige Spuren … noch nie gab es so viele junge Menschen mit dem Diabetes Typ 2 (bitte ganz klar von Typ 1 unterscheiden!), noch nie hatten so viele junge Menschen mit einer Fettleber zu kämpfen und noch nie, gab es so viele dicke junge Erwachsene wie heute. Nicht das dick sein ist fatal – fettleibig zu sein zieht einen Rattenschwanz an Problemen mit sich. Gefäßerkrankungen, Herzleiden, Gelenkverschleiss und so vieles mehr. Woran liegt das? Was passiert da in unserer Welt? Zum einen ist es einfach wichtig zu wissen, die Lobby der Zuckerindustrie ist riesig. Nicht ohne Grund wird es nie wirklich beweisende Studien geben, dass Zucker schädlich ist. Es folgt immer sofort eine Gegenstudie. Zucker ist billig. Zucker ist ein Milliardenschwerer Markt. Stellt euch also vor, was passieren würde, wenn, was bitter nötig wäre, unser Land eingreifen würde und den Preis für Zucker erheblich anheben würde?! Ihr könnt es euch wohl denken. Das wird die Zuckerindustrie niemals zu lassen – also werden wir schön weiter an der Nase herumgeführt.

Und warum jetzt zuckerfrei?

Mein Weg dorthin begann schon sehr früh. Als mein großer Cousin schwer erkrankte, testete meine Tante alles aus, bis sie den Hinweis zur zuckerfreien Lebensweise bekam. Zucker wurde aus unserem Leben gestrichen. Auch wenn wir selbst gesundheitlich nicht davon betroffen waren, irgendwie war klar, dass die ganze Familie mitzieht. Es gab Süßigkeiten, zu bestimmten Anlässen oder auch mal an einem besonderen Tag. Aber nie einfach so frei zugänglich. Geschadet hat mir das – rein gar nicht!

Als junge Erwachsene hat mich das Thema irgendwie nicht mehr interessiert. Dachte aber, ich ernähre mich bestimmt gesund. Leider nein. Mein Leben bestand aus Nudeln, Pesto und Salat aus der Kühltheke. Voll mit Zucker?! Jap! Das Problem ist. Viele Menschen denken, sie würden sich gesund ernähren und treten damit gehörig in die Falle. Seit wir, mein Mann und ich, vermehrt darauf achten unseren Zuckerkonsum einzuschränken, sind viele Einkäufe sehr frustrierend. In sechs von sieben Sorten Brot ist Zucker zu finden. Ernsthaft. Und habt ihr mal auf die Wurst geschaut? Voll mit Zucker! Klar. Zucker konserviert … aber bei aller liebe… in den meisten Fällen ist es einfach nur überflüssig. Oft schon, kam es, dass wir mit viel weniger nach Hause gingen, als wir eigentlich auf unserer Liste stehen hatten.

WHO empfiehlt bis sechs Teelöffel Zucker am Tag

Aber warum denn das alles? Ganz einfach. Ich bin überzeugt davon, weil ich selbst an mir und meinem Körper spüre, dass Zucker etwas ist, was er nicht braucht. Ich spreche vom Einfachzucker! Nach wie vor esse ich Obst – sehr gerne sogar. Aber eben in geringen Mengen. Denn zu glauben, Fruchtzucker sei ja quasi gesund – Ähm nein. Und, ich möchte meine Lebensmittel die ich zu mir nehme so gut es geht unverarbeitet einkaufen. Ich brauche wirklich kein Brot voll mit Zucker. Dann backe ich es selbst. Und ihr wisst, backen ist nicht meine Stärke – aber Brot backen bekomme sogar ich noch hin.

Ich glaube es kommt nicht von ungefähr, dass all die oben erwähnten Krankheiten immer weiter Vormarsch erlangen. Viele Menschen sind einfach unwissend, die Lebensmittelindustrie trickst ja auch mit allen Möglichkeiten. Wusstet ihr, dass es siebzehn verschiedene Bezeichnungen für Zucker gibt? Alleine diese alle auf den Verpackungen ausfindig zu machen bedeutet jede Menge Zeit – zunächst. Aber mir, meinem Körper, ist es das wert. Also suchen wir fleißig alle Bezeichnungen ab. Und meist ist es, wie oben schon gesagt, erschreckend und ehrlich frustrierend.

  • Saccharose
  • Dextrose
  • Raffinose
  • Glukose
  • Fruktosesirup oder Fruktose-Glukose-Sirup
  • Glukosesirup, Glukose-Fructose-Sirup oder Stärkesirup
  • Karamellsirup
  • Laktose
  • Maltose oder Malzextrakt
  • Maltodextrin, Dextrin oder Weizendextrin
  • Süßmolkenpulver
  • Gerstenmalz/Gerstenmalzextrakt

Zusätzlich kann Zucker auch über eine süßende Zutat ins Lebensmittel gelangen, zum Beispiel in Form von Honig, Traubenfruchtsüße und Dicksäfte wie Agavendicksaft. Auch Fruchtkonzentrate, -pürees oder getrockneten Früchten wie Rosinen enthalten viel Zucker.

Traurig, aber, Hersteller sind nicht verpflichtet die genaue Menge einzelner Zuckerarten anzugeben!

Machen wir uns nichts vor. Zucker schmeckt. Klar. Aber mit dem Wissen, was Zucker im Körper anrichtet, ist es für mich nicht schwer zu verzichten. Und mit Verzicht meine ich für mich nicht, alles komplett zu streichen. Ich bin kein Fan von Radikalität. Auch ich genieße gerne mal ein Stück Schokolade. Da muss ich gar nicht lange um den Brei reden. Aber! Ich sage immer, 90% clean und 10% Cheat. Das ist ok. Damit fahre ich gut und genau das, möchte ich meinem Sohn mit auf dem Weg geben. In unserem Alltag gibt es keine süßen Getränke und wann immer ich auf Zucker in einem Produkt verzichten kann, verzichte ich. Es gibt viele Ersatzprodukte zum süßen. Ihr wolltet wissen ob wir xucker verwenden. Früher. Ja. Heute, nein. Ich bin kein Freund davon Dinge einfach zu tauschen. Ich verstehe auch nicht, weshalb ein Vegetarier eine vegetarische Wurst essen muss?! Leuchtet mir nicht ein. Süß geht dennoch. Aber anders. Datteln zum Beispiel süßen wunderbar, ohne das Unmengen Chemie drinnen steckt. Aber eben, Vorsicht Fruchtzucker!!! Ich bin überzeugt, das Maß der Dinge ist der Schlüssel.

Es gibt viele Berichte zu alle dem, ich lese viel und ziehe meine Schlüsse – das ist, wovon ich glaube, dass es das Einzige ist, was wirklich sinnvoll ist. Ihr müsst verstehen was dahinter steckt um gerne zu verzichten. So ging es mir zumindest. Und nach einigen Wochen, fällt der Verzicht absolut nicht schwer. Es ist eher erstaunlich welch Abneigung ich gegen Süsskram entwickle und wie normal es ist, wie wir eben essen. Übrigens scheinen mir viele Dinge extrem süß, die für andere das krasse Gegenteil sind. Man macht sich auch nicht sonderlich begehrt bei Gästen die eben Glutenfreie mit Banane gesüßte Kekse vorgesetzt bekommen – aber wir wollen das so!

Ich möchte meinem Sohn einen guten Grundstein legen. Denn bewiesen ist auch, dass Ernährung von klein an geprägt wird! Ich werde nicht immer verhindern können, dass er den Zucker meidet, aber ich kann ihm einen Weg aufzeigen und darauf hoffen, dass er versteht, weshalb uns das wichtig ist. . .

Quellenangaben: Informationen zum Bericht erhielt ich aus dem Buch „für immer zuckerfrei“ von Anastasia Zampounidis 2017 Box Bastel Lübbe AG, Köln

Sowie: https://www.ages.at/themen/ernaehrung/who-zucker-empfehlungen/

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