Regenbogenwunder und jede menge Sternenstaub

Überall liest man sie, die rückblickenden Erinnerungen an das nun bald vergangene Jahr. 2018. Zweitausendundachtzehn. In wenigen Stunden bist du vorbei. Wir tauschen die acht gegen eine neun. Das Kalenderblatt wird neu begonnen. Auf in ein Neues.

Auch ich finde, immer wenn etwas Neues beginnt, hat auch das Alte seinen Platz zu finden. Vielleicht sind nicht immer alle Dinge beendet. Vielleicht stecken manche Dinge noch mitten drin oder finden den Anfang weder im alten, noch im neuen Jahr. Auf jeden Fall, endet ein Kapitel. Irgendwie. Denn irgendwie, bleibt ja doch auch alles gleich – oder?

Ich wollte nicht den typischen chronologischen Rückblick tippen, wie den, den gefühlt hundert Andere gerade jetzt auch tippen. Es langweilt mich, immer eine Kopie eines Jemanden zu sein. Also versuche ich das hier ein wenig anders zu schreiben oder doch so, dass es dem Namen Rückblick, gerecht wird.

Auf Instagram hatte ich gefragt, was euch denn aus dem letzten Jahr besonders interessiert. Ich hatte gesagt – ihr dürft alles fragen! Alles, alles! Und dennoch enttäusche ich euch jetzt – denn die Frage Nummer eins ist und bleibt, „wie heißt denn der Muck?“. Tja. Der Muck ist und bleibt in den Social Medien schlicht und einfach der Muck. Das hat den ganz simplen Grund – Instagram ist mein Ding. Der Blog hier ebenfalls. Ich möchte das hier machen – nicht der Muck. Oder aber sagen wir es so, ich möchte meinen Sohn in keiner weise dafür benutzen, Kommentare, Likes oder eben Follower zu erhalten. Ich weiß, dass mein Sohn das süßte Kind der Welt ist – das muss ich mit Niemandem teilen. Das muss keiner wissen. Weder seinen Namen, noch sein Aussehen. Wenn er in sechzehn Jahren das Bedürfnis hat, Instagramer, YouTuber, Blogger oder was es bis dahin eben so geben wird, zu sein, nur zu. Dann ist es seine Entscheidung. So lange aber, nehme ich es mir raus, darüber zu entscheiden, was ins Internet gestellt wird. So! Und somit auch genug hierzu. Ihr merkt, mein Talent wahnsinnig vom Thema abzukommen, scheint nicht nur beim Reden ständig einzutreten – auch beim Schreiben gelingt mir das wunderbar. Entschuldigt. Legen wir los…

Wie war die Geburt für dich vom kleinen Muck?

Die Überschrift des Ganzen könnte lauten – Erstes kommt es anders, zweitens, als man denkt! Klar war von Beginn an der Schwangerschaft, länger als 37+0 wird diese nicht andauern. Nicht andauern dürfen. Denn das Risiko ein erneutes Sternenkind zu bekommen war groß, besonders mit jedem Tag NACH der 37. Woche. Anfangs war ich traurig, hatte immer mal wieder Phasen an denen mich das schlechte Gewissen doch plagte. Was, wenn wir unseren Sohn zu früh holen würden?! Was, wenn es alles zu negativ für ihn seid wird? Nehme ich uns den Glanz einer natürlichen Geburt? Nehme ich uns denn den Zauber? Werde ich es bereuen? Es war so oder so ein ständiges auf und ab, aber (!) Fakt ist, einer Sternenmama mit Folgewunder im Bauch ist es sowas von egal, wie das Kind zu Welt kommt. Alles was man will, ist, dass das Kind überhaupt lebend zur Welt kommt. Ich hatte eine scheiss Angst. Neun Monate lang. 36+2 lange Wochen, Tage und Nächte. Etliche Aufenthalte in der Klinik, viele Wehenhemmer, viele Tränen, viel zu viele panische Momente. Eine Woche vor dem eigentlich geplanten Kaiserschnitttermin vom Muck, wachte ich mit Wehen auf. Mal wieder. Schon wieder. Zunächst ignorierte ich diese – weil ich dachte … achja, eh nur wieder Fehlalarm. Nach einem Spaziergang in die Stadt, einem völlig Sinn freien Einkauf bei H&M, sowie einem Topf Nudeln später, wurde mir dann doch bewusst, dass ich weder inkontinent war, noch Hyperventilierend. Ich hatte erstens, einen Blasensprung und naja zweitens, wie mir dann im Auto mit Blick auf die Uhr bewusst wurde, Wehen im Abstand von allen zwei Minuten. Völlig unverständlich schaute ich also dann auch die Hebamme an, die uns die Tür öffnete und sagte „ja da bekommt wohl heute jemand sein Kind?!“ Äh was? Ich oder wer? Ja ich?! Kurzer Blick auf das Ctg, kurze aber sachliche routinierte Panik machte sich breit. Keine zwanzig Minuten später lag ich kurz vor einer Notsectio im OP. Mein Mann saß an meinem Kopf und keine weiteren zwei Minuten später ertönte ein kleiner, leiser und doch so kraftvoller Schrei durch den hässlich, kalten Operationssaal. Herzlichen Glückwunsch! Nun sind sie Eltern. Muckis Herztöne waren schlecht. Sehr schlecht. Als er auf die Welt kam, war er blau wie ein Schlumpf, schrumpelig und klein. Seine Atmung glich der einer Eisenbahn und auch so, war das alles andere als ein Zauber und doch war er da. Anders als seine Schwester, er lebte. Genau wie sie aber, hatte er wohl mit einer Infektion zu kämpfen. Ich wusste dieses Mal, dieser kleine Kämpfer schafft das. Ich hatte mir so sehr gewünscht ihn halten zu dürfen, ihn bei mir zu haben. Aber nichts davon trat ein. Denn unser Muck verbrachte die ersten Stunden seines Lebens in einem Brutkasten, mit etlichen Schläuchen und vielen fremden Händen. Die erste Nacht verbrachten wird getrennt von einander. Muckis Geburt war anders als ich sie erwartet hätte … aber das spielt keine Rolle mehr. Er ist da. Und all das war es sowas von wert …

Wie sehr hat dich das Muttersein verändert? Gab es Veränderungen im Freundeskreis?

Logo. Ein Kind zu bekommen. Mama zu werden. Eltern zu sein, das ändert alles. Ich weiß nicht recht in wie weit mich das verändert hat. Vielleicht würden Außenstehende es nun ganz anders beschreiben, aber ich, ich behaupte nun einfach mal, eigentlich hat es mich gar nicht so sehr verändert. Ich bin im reinen mit mir. Wahnsinnig glücklich. Geerdet und dankbar. Ich bin weniger selbstkritisch. Ich bin viel selbstbewusster und so viele Dinge die mich zu vor störten, sind nun einfach egal. Weil nun alles einfach irgendwie gut ist, eben genauso wie es jetzt ist …

Machen wir uns nichts vor. Freundschaften ändern sich immer irgendwie mit der Zeit. Eltern sein ist wohl das größte Abenteuer überhaupt. Klar verändert es das Leben. Und vielleicht auch irgendwie die Freundschaften. Es kommen viele neue Menschen hinzu. Nein falsch gesagt, es kamen viele neue Menschen dazu. Freundschaften die nun entstanden, durch unseren Sohn. Und das ist ganz wunderbar. Denn klar, als Eltern ist es unter Eltern am Schönsten. Die Themen, die Interessen, die Sorgen und irgendwie das ganze Leben ist doch so gleich. Und dennoch sind da auch unsere Freunde ohne Kinder und die sind nicht weniger wichtig. Aber ganz sicher nicht. Es ist jetzt eben nur anders. Das ist gut so. Und manchmal, ist es für mich das aller Größte, mit meiner kinderlosen Freundin einen Kaffee zu trinken. Dann bin ich nicht nur Mama, sondern einfach nur eine junge Frau, die genüsslich ihren Latte Macchiato schlürft.

Was war 2018 dein schönster Moment?

Ich glaube das könnt ihr euch denken, oder? Der aller schönste Moment war der, als ich meinen Mann mit meinem Sohn auf dem Arm das erste mal sah. Unbeschreiblich. Für ewig!

Was hat dich 2018 am meisten genervt?

Ungefragte Ratschläge zum Thema Kind zu erhalten! Ich hasse es. Und die Frage aller Fragen „du stillst immer noch?“ – mache ich! Und ja, ich stille noch weitere achtzehn Jahre. Mein Kind wird sich niemals von mir lösen können und er wird schrecklich verwöhnt sein durch all das was wir tun. Zum Glück ist es UNSER und nicht euer Kind 😉

Was waren deine absolute Highlights im Frühling, Sommer, Herbst und Winter?

Im April kam unser Sohn zur Welt – das größte überhaupt. Der Frühling hätte nicht besser sein können. Im Sommer ging es für uns das erste Mal auf reisen. Als Familie. Es war einfach wunderschön! Kurz nach unserer Reise durften wir zweimal Gäste auf Hochzeiten sein. Ich liebe Hochzeiten, das wisst ihr. Deshalb gehören die natürlich zu den absoluten Highlights in diesem Jahr. Auf einer Hochzeit eingeladen zu sein ist für mich immer eine große und besondere Ehre. Den Herbst genossen wir an unserem zu Hause, am schönen Bodensee. Die vielen Spaziergänge am See und das zusammen sein als Familie machten diesen Monat besonders. Der Muck lernte das sitzen, konnte schon etwas durch die Wohnung Robben und wurde irgendwie von Tag zu Tag mehr Kleinkind als Baby …

Der Dezember und die Vorweihnachtszeit vergingen irgendwie noch schneller als all die anderen Monate davor. Wir waren Gäste auf zwei zauberhaften Hochzeiten und hatten wunderschöne Tage mit unseren Freunden. Das erste Weihnachten als Familie war natürlich schön und dank dem ersten Zahn, der einen wirklich dramatischen Auftritt hinlegte, phänomenal anders als gedacht 😉

Was war dein schlimmster Moment 2018?

Die Tatsache, dass der Muck nach seiner Geburt nicht bei mir sein durfte.

Aber auch der Moment, der vor einigen Wochen aufkam. Der Moment, an dem sich eine eventuell schlimme Erkrankung in den Raum schleicht. Ich wünsche so etwas niemandem. Dieses Gefühl, es zieht einem jemanden den Boden unter den Füßen weg. Ich bin so froh, dass für uns alles gut ausging. Froh, ist gar nicht das richtige Wort – ich bin sowas von dankbar! Und das ist auch wirklich das Einzige was ich mir so wirklich für das nächste aber auch für alle kommenden Jahre wünsche. Gesundheit und ganz viel Zeit mit meiner Familie!!!!!

Haben sich eure Werte, Ziele und Partnerschaft verändert?

Ich wüsste gerne, was mein Mann an dieser Stelle schreiben würde. Ich für meinen Teil kann hier Selbstbewusst schreiben – natürlich hat sich unsere Partnerschaft irgendwie verändert… aber keinesfalls ins Negative oder so, dass ich nun etwas vermisse. Ich liebe meinen Mann nun auf eine noch ganz andere Art und weise. Ihn als Papa zu sehen ist das größte Glück. Ich liebe es, ihn in seiner neuen Rolle als Familienvater aufgehen zu sehen. Ich schätze es unheimlich und bin mehr als dankbar, dass er unserem Sohn der Vater ist, der er ist. Ich denke vor allem unsere Einstellung zum Leben, unsere Werte und Vorstellungen davon, wie wir leben wollen, haben sich nur noch mehr gefestigt.

Jedoch hat mein Sohn mir auch gelernt, dass nicht alles nach einem Plan zu laufen hat – und nur weil irgendwer irgendetwas so oder so macht, heißt es lange nicht, dass es für uns richtig ist.

Ich möchte nichts weiter als das was ich im Moment habe. Ich habe das schon eine Millionen mal geschrieben – ich bin genau da, wo ich immer sein wollte und ich werde ALLES dafür geben, dass es so bleibt!

Es ist nun 19:01 Uhr. Der Muck suckelt seine letzten Schlückchen Milch an der Brust und fällt gleich ins Träumeland. Der Herzmann schaut irgendetwas im TV, was ich von hier nicht so recht zu ordnen kann. Mein Jeansrock schnürt sich unbequem in meinen Bauch und genau hier ist nun die Zeit um mit diesem wahrscheinlich ohnehin schon viel zu langen Text auf zu hören. Respekt, wer ihn überhaupt bis hierher gelesen hat 😉

Danke 2018! Danke, dass du warst wie du warst!

Das Jahr 2018 wird wahrscheinlich immer ganz besonders bleiben. Besonders, weil ich nun eine Erdenmama bin! Die letzten Monate in der ich in Elternzeit sein darf, brechen an … ich habe das Gefühl, nun alles noch intensiver aufnehmen zu wollen. Genießen zu müssen und möchten. Die Reise zurück ins Berufsleben wird 2019 eine große neue Veränderung – ich weiß noch nicht wo genau es mit mir hingeht. Ich weiß auch nicht, wo ich mich so recht einordnen soll. Weiterhin möchte ich an meinem Blog arbeiten, möchte Instagram noch weiter ausbauen und am aller liebsten würde ich genau das irgendwann einmal beruflich machen können… dafür brauche ich Zeit, Geduld, viel Energie, Wille und am aller wichtigsten euch! Ich danke jedem einzelnen von euch, für eure Kommentare, eure Herzchen und dafür, dass ihr den Weg ein wenig mit mir geht … es macht mir unheimlich Spaß, was ich durch euch tun kann. Ich freue mich und bin neugierig auf die Reise die bevorsteht.

Happy New Year – kommt gut ins neue Jahr!

Zu guter letzt‘ und ich schwöre dann ist Schluss hier … gibt es nun einen Instagramrückblick in Bildern einfach noch dazu …

1 Kommentar zu „Regenbogenwunder und jede menge Sternenstaub“

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