Wenn Bridezilla erwacht

Angesichts dessen, dass nun viele Hochzeiten vor der Türe stehen und bereits einige unserer Freunde auch ein zauberschönes JA füreinander Aussprachen, dachte ich, erzähle ich ein wenig detaillierter über unseren Tag und zeige ein paar Fotos die ihr so noch nicht gesehen habt.FotoJet (1)Heiraten war mein persönlicher, größter und bedeutendster Wunsch, neben dem, eine Mama zu sein. Als mein Mann mir 2016 die Frage aller Fragen stellte, dauerte es eine Weile, bis ich verstand, was er von mir wollte. Ich meine‘ Schatz! Du hast dir ja größte Mühe gegeben. Aber den Ring in einen Schokoosterhasen zu stecken – wo ich doch quasi dauerhaft im Verzicht lebe 😉 nicht die aller beste Idee. Denn ich wollte statt Schokolade lieber den Apfel essen! Der Arme! Kämpfen musste er und ich gestehe, meine Leitung war schon etwas lang 😉 aber am Ende hat es ja geklappt und wie laut ich JA gesagt habe! Würde ich auch heute, fast drei Jahre später, immer wieder tun. Logo!

Unsere kirchliche Trauung fand am 9.9.2017 statt – ein gutes Datum. Hat aber keinerlei Bedeutung im eigentlichen Sinne – das war einfach das einzige Wochenende welches noch frei war.Kirche1Die Hochzeitsvorbereitungen haben mich ab Tag eins in den Bann gezogen. Ich war voll drin im Thema und blühte gänzlich auf. Das war gut so. Das war genau richtig so. Viele hielten mich für verrückt … 1,5 Jahre vorher hieß es für mich, Startschuss Hochzeitsvorbereitung! Ich habe jeden einzelnen Tag genossen. Anfangs wusste ich nicht gleich, wo die Reise hingehen würde – ich hatte einen groben Plan im Kopf und hangelte mich durch Instagram und Pinterest. Irgendwann stand dann das Konzept – Vintage, ein bisschen Boho und ganz viel DIY. Ich glaube, dass aller Wichtigste an der Hochzeitsplanung ist und bleibt, dass man man selbst bleibt. Überlegt euch, was seid ihr als Paar? Was wollt ihr? Was spricht für euch? Was zeichnet euch aus? Wie seid ihr? Instagram und co sind ganz tolle Inspirationsquellen, aber am Ende eben doch auch nur Plattformen und definitiv nicht das wahre Leben. Vieles sieht auf Fotos unfassbar schön aus. Aber wir sehen auf Bilder nie das große Ganze …

dekoFotoJetVergleicht euch also nicht mit Anderen, sondern macht das zu eurem Ding. Viele haben nicht verstanden, weshalb ich diese Hochzeit zu so einem riesen Projekt habe werden lassen. Das ganze basteln, das Vorbereiten … aber es hat mir Spaß gemacht, alles! Und wisst ihr, wenn man an Tag X dann alles aufstellt, die ganze Deko in Form bringt und man sieht wie stimmig das alles aussieht – hui das bringt das Herz sowas von zum hüpfen.deko1Aber fangen wir nochmals von vorne an. Das Wichtigste an der Planung – und damit steht und fällt alles, ist die Location. Wir hätten irgendwo am Bodensee heiraten können – viele haben wohl auch damit gerechnet. Denn der See ist unser zu Hause. Der Ort, der nun Heimat für uns geworden ist. Aber stattdessen zog es uns dann doch in die Heimat, in der wir Wurzeln bekamen. Aufs Land also. Und wie das oft so ist, ist es auch da nicht so einfach eine Location zu finden – größtes Problem – die Größe. Denn mit unseren 120 Gästen waren wir einfach ne große Truppe. Ich wollte anfangs nicht von meinem Konzept – „Scheune, Vintage, Lichter, trotzdem modern und und und…“ abweichen und musste dann irgendwann aber einfach einsehen – das wird nix. Also entschieden wir uns für einen Landgasthof. Hotel und Landgasthof Kreuz in Riedern a.W. – fünf Autominuten von unserer Kirche entfernt. Ausschlaggebend war für uns dort einfach das phänomenal gute Essen und der Service! Für uns war klar, es wäre nicht unser Fest, wenn nicht auch das Essen so richtig uns entsprechen würde. Also wurde der Vorschlag „Gluten und Laktosefrei“ in die Tat umgesetzt. Mega! Finden wir.FotoJet1Allerdings stellte die Location meine Planung dann doch ganz schön auf den Kopf. Ich war erst ein wenig niedergeschmettert – wie bekomme ich Vintage/Bohochic in einen Landgasthof? Am Ende musste ich einige Vorstellungen streichen – und ganz bestimmt war es somit auch nicht die perfekte Instagramwedding. Aber in aller erster Linie, mein Tipp Nummer 1, solltet ihr das ganz klar mal aus eurem Kopf streichen – denn darum geht es am aller wenigsten. Macht euer Ding draus!!!

Ich versuche hier ein wenig Ordnung im Text einzuhalten, aber das ist mal gar nicht so leicht. Mein Kopf sprudelt über wenn ich vom Thema Hochzeit anfange. Aber weiter der Reihe nach. Nachdem wir die Location fix hatten, ging es an die Suche der Dienstleister. Meine Mama hat uns dank einer lieben Freundin unsere Fotografin ausgesucht – irgendwie war nach dem ersten Treffen gleich klar, oder war es sogar der erste Mail Kontakt?! – diese und keine andere. Unsere Daniela war Goldwert für uns und wir sind so froh, dass sie unsere Hochzeit fotografisch begleitet hat. Ganz nebenbei erwähnt hoffe ich, dass sie uns bald mal wieder ablichtet. Sie ist einfach ein Traum von einem Menschen.

Als nächstes machten wir uns auf die Suche nach einem Dj. Das war uns beiden ganz wichtig – da wird auch nicht gespart. Denn Musik aus irgendeinem Laptop, von irgendeiner Person Xy war mal so gar nicht unseres. Gesucht und gefunden haben wir Karsten. Karsten von Moonlight Dj – wie von vornherein zu erwarten war und dann zum Glück bestätigt wurde, der König auf seinem Gebiet und der Grund, weshalb unsere Feier so legendär wurde. Tipp 2, nicht am Dj sparen!

Somit hatten wir die Location (Kirche/Feier), eine Fotografin, einen Dj und zu diesem Zeitpunkt bestimmt auch schon einiges an Dekoartikel. Ich habe es immer so gehandhabt, dass ich eine Idee hatte und diese dann nach und nach umgesetzt wurde … meine Shops ohne die ich in dieser Zeit nicht konnte!?! Amazon, war klar oder ;), Tedi, NanuNana, KiK (Ähm Jap, schaut da unbedingt immer wieder rein – die Dekoartikel sind hier echt super!) und bestimmt ein hundertmal der Bastelladen in unserer Stadt. Stück für Stück, nach und nach, entstand also unsere Deko. Die für mich so wichtig war. Denn ich finde, und das erlebe ich nun auch als Gast immer wieder, eine durchdachte, persönliche und stimmige Deko macht so vieles mit einer Atmosphäre. Klar. Bestimmt gibt es Leute denen das alles viel zu viel gewesen wäre – die Meisten aber, schwärmen noch heute wie stimmig alles war, wie begeistert sie von alle den Kleinigkeiten und der Liebe zum Detail sind und waren. Für mich die absolute Bestätigung, dass es das alles wert war. Und auch, wenn viele sagen „uff so ein Stress“ für mich oder für uns, war es das nicht so. Ich habe das gerne gemacht. Ich wollte das. Genauso.FotoJet (5)Die Tage vor der Hochzeit waren gefüllt mit Aufbau, dekorieren und, und, und. Meine Mama und ich haben die komplette Blumendekoration selbst gemacht. Ich wollte unbedingt Rosen aus dem Garten meiner Oma, zu der ich ein so enges Verhältnis pflege. Monatelang vorher haben alle aus der Familie diese Rosen angepflanzt damit wir am großen Tag auch genügend zu Verfügung hatten. Mein geliebtes Schleierkraut haben wir beim Großhändler vorbestellt.FotoJet2Als wenige Tage vor der Hochzeit feststand, dass mit großer Wahrscheinlichkeit statt einem sonnigen Tag ein mieser, grauer Regentag einbrechen wird, entschieden wir uns dazu, unseren Sektempfang nach der Kirche, statt schön im Freien, in ein Zelt zu verlegen. Ich kann von Glück sprechen, dass meine Eltern irgendwie zu so ziemlich jedem Menschen auf dieser Welt irgendwie eine Verbindung haben und wir dank`dessen das Glück hatten, ein riesiges Partyzelt so kurzfristig zu ergattern. Ich bin ehrlich, ich war zunächst so traurig, dass wir ein Zelt benötigten. Ich hatte mir das doch alles schon so hervorragend ausgedacht und vorgestellt. Aber der Satz, „erstens kommt es anders, zweitens, als man denkt“ hat vor allem in Sachen Hochzeitsplanung tatsächlich etwas wahres. Und wisst ihr was, als wir dann am Donnerstag vor der Hochzeit das Zelt dekorierten und mich auch da bereits unsere Fotografin tatkräftig mit Deko unterstützte, war ich völlig aus dem Häuschen. Denn das Endergebnis war toller als alles, was ich zu vor geplant hatte. Spontan ist eben oft doch am Besten. deko3sektempfang5deko1Sektempfang4Als der große Tag dann da war – oh mann, oh mann – war ich nervös. Mein Mann und ich verbrachten die Nacht getrennt. Er in seinem, ich in meinem Elternhaus. Meine engsten Freundinnen waren zu meiner Seite und das Styling am Morgen ist noch immer in legendärer Erinnerung. Um 14 Uhr begann unsere Trauung, danach planten wir knapp 1,5h Sektempfang ein. Diesen verliessen wir mit unserer Fotografin jedoch etwas früher, um Fotos zu machen. Diese Entscheidung war goldwert. Wir waren zunächst hin und her gerissen ob wir unsere Gäste tatsächlich „alleine“ lassen sollten oder nicht. Mhm. Da wir uns aber erst in der Kirche das erste Mal sehen wollten, war nichts anderes machbar. Wisst ihr was, das ist somit mein Tipp 4 für euch. Es war absolut die beste Entscheidung, dass wir diese Stunde fürs Shooting für uns hatten. Ich habe die Ruhe so sehr genossen und konnte meinem Mann das erste Mal ganz ohne Trubel nah sein. Unser Glück für den Moment nur zu zweit geniessen. Unsere Gäste haben uns im nachhinein erzählt, dass sie es kaum mitbekommen haben, dass wir weg waren. Am Sektempfang war durch das große Buffet, den Flammkuchenwagen und das Ganze drum herum so viel geboten, dass man mehr als beschäftigt war. Auch der kurze Fahrtweg zur Feierlocation lies Zeit verstreichen und machte unser „weg sein“ wie gesagt, beinahe unbemerkt. Nach dem Shooting wollte ich unbedingt diesen typischen Brautpaar Hollywoodeinzug – wisst ihr, von was ich spreche? Unsere Gäste waren bereits alle vor Ort, tranken den Begrüßungscocktail als der DJ laute Musik aus den Boxen schmetterte. Zack die Türe ging auf und mit tobendem Applaus betraten wir den Raum. Großartig! So wollte ich das 😉

Zum Schluss noch ein ganz wichtiger Hinweis für euch „Baldbräute“ – hört wirklich immer, immer, immer auf euer Bauchgefühl. Lasst euch nicht reinreden. Damit meine ich vor allem das Thema Gäste! Dies ist auch der einzige Grund, welchen wir ganz sicher nicht mehr so machen würden. Ladet wirklich nur die ein, die euch ganz arg am Herzen liegen. Und nein(!) man muss nicht Tante x,y,z einladen wenn man eigentlich gar keinen Bezug zu ihnen hat. Man muss nämlich gar nichts – und schon gar nicht, weil man es eben so macht … Sektempfang2FotoJet (4)Sektempfang1Sektempfang3FotoJet (3)

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