Flüstermoment

Was macht eine Person eigentlich besonders liebenswert? Was ist es, was uns an anderen fasziniert und wieso gibt es scheinbar immer einen Menschen, der irgendwie viel besser ist als man selbst? Ist das so?

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir alle, dass das nicht so sein muss. Der beste Mensch in deinem Leben solltest immer du selbst sein. Bevor wir andere anhimmeln, können wir doch auch einfach mal triumphierend das eigene Spiegelbild begrüßen. Nicht, weil es nicht schön ist, Inspiration von anderen zu erhaschen, eher deshalb, weil es so viel schöner ist, einfach nur man selbst zu sein.

Es ist schon verrückt. Wir alle jagen viel zu oft, viel zu schnell den Trends nach, was heute hip ist, wird morgen schon wieder out sein. Wo bleibt Beständigkeit? Wo bleibt das einfach sein? Gibt es das in dieser heutigen Zeit überhaupt noch?

Ich für meinen Teil möchte unbedingt mehr Ruhe in meine oft so zerstreute Gedankenwelt bringen. Es gibt Tage, da verfluchen mich Instagram und co. . . . Alle scheinen viel toller, viel schöner, viel besser zu sein. Und mal ganz ehrlich, warum habe ICH eigentlich das neue coole it-Kleidchen noch nicht im Kleiderschrank? Das Rad ist nicht anzuhalten. Unweigerlich, und das ist bei vielen so, Schleudern unsere Gedanken, Emotionen und Taten ziemlich wild umher. Beim verlassen etlicher fancy Instagramblogs und co. fühlen wir uns irgendwie ganz und gar nicht beflügelt. Die haben alles, die machen alle tolle Sachen und ich? Ich nicht.

Warum schreibe ich das?! Ich glaube, es geht vielen so. Auch wenn wir längst wissen, vieles ist Fake, ein Großteil der Bilder im perfekten Licht inszeniert und bearbeitet. Natürlich. Alle wissen es. Alle tun es. Irgendwie. Und trotzdem sind wir manipulierbar. Der Mensch strebt immer danach, von anderen geliebt und gemocht zu werden. Das liegt in unserer Natur. Aber reicht es manchmal nicht doch auch nur aus man selbst zu sein? Keine Kopie von Person XY, weil Trend A, B, oder C gerade so wahnsinnig angesagt ist? Muss man eine fancy Açaí Bowl essen, um dabei zu sein?! Weil es ja quasi eben gefühlt jeder so macht? Sind nun die Haferflocken mit Leinsamen zum Frühstück uncool, weil man sie nirgends mehr sieht?! Das ist natürlich ein überspitztes Beispiel und soll keinesfalls eines dieser leckeren Dinge schlechter oder besser machen, es ist doch nur so, dieses Hin und Her mit all den Trends. Mal dies, mal das. Nichts oder kaum etwas hat mehr wirklich Beständigkeit.

Ich esse also weiterhin Haferflocken mit Leinsamen. So wie ich es schon seit Jahren jeden Morgen mache – einfach, weil ich es mag. Ich fühle mich dabei nicht besonders hip oder uncool. Es ist einfach nur ein Frühstück?! Und es wäre für mich ehrlich gesagt ziemlich anstrengend, sich bei dieser ersten wichtigen Mahlzeit am Tag schon Gedanken über den coolnes Faktor dessen zu machen. Manche Dinge sind eben, wie sie sind. Weil man sie mag. Weil sie gut sind. Da gibt es z.B. diese eine schwarze Hose in meinem Kleiderschrank. Uralt. Aber ich liebe sie. Ich mag sie. Nicht weil mir Modeblog XY sagt, dass genau solche gerade angesagt sind. Einfach nur deshalb, weil ich ein wunderbares Tragegefühl in genau dieser Hose habe, wie in sonst keiner.

Trends sind gut. Trends sind inspirierend. Aber sie regieren bitte nicht unsere ganze innere Welt. Wir sind, wer wir sind. Und ich glaube fest daran, dass ein beständiger Charakter, eine liebevolle Fürsorge für sich selbst und eine große portion Selbstliebe die wichtigsten Schlüssel zur bedingungslosen Zufriedenheit sind.

Und ja! Ich wollte schon etliche Male während dieses Beitrages auf den Punkt kommen – aber wie das so ist, wenn die Finger einmal auf den Tasten gelandet sind, dann kommen eben Worte um Worte . . . eigentlich, wollte ich nur sagen, auf meinem Instagramprofil oh.sternenstaub zeige ich häufig, wohin wir reisen, welche Aktivitäten wir machen, dass ich oft Sport mache, was ich trage und, und, und. Ich für meinen Teil finde, ich bin eine ganz normale 0815 Frau aus einer Kleinstadt mitten im Süden Deutschlands. Aber ihr schreibt mir oft „oh wow, wie Diszipliniert du bist!“ – „wo ihr immer hinkommt“ … alles was ihr seht, bei mir oder bei anderen, sind kleine Auszüge des Lebens. Jedes Auge sieht die Dinge anders und wir haben ein Talent dazu, andere viel mehr um etwas zu beneiden, was wir selbst längst schon haben. Ich möchte an euch aber auch an mich selbst appellieren. Manchmal reicht es, einfach zu sein. Ohne Schnickschnack. Die Dinge zu nehmen, wie sie sind – vor allem aber, sich selbst immer der beste Freund zu sein. Denn dann, dann ist schon ganz schön vieles, ganz schön gut im eigenen Leben . . .

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2 Kommentare zu „Flüstermoment“

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